
Wolle legen. Weich. Wärmend. Schicht um Schicht. Wasser. Wärme. Behutsames annähern. Rhythmus. Hinspüren. Das Wesen der Wolle suchen. Be-greifen. In sich hineinlauschen. Ein Echo wahrnehmen. Empfindungsräume betreten. Erinnern. Weit werden. Das Denken hat Pause. Sein. Einen Atemzug 4 Dimension. Und doch auch immer Widerstand, Meinungsverschiedenheiten, Austausch.: Das gemeinsame Ringen um Einigung. Nicht immer lässt uns das Ergebnis eine einvernehmliche Harmonie, eine zufriedene Einigung spüren. Wenn das aber gelingt sind diese Stücke uns besonders wertvoll, ein Stück vom großen Geist, verbunden mit uns und bleiben auch gelungen noch nach vielen Monaten, vielleicht sogar Jahren oder Jahrzehnten. Dann, vielleicht dann, wagt sich der Begriff Kunst auf den Plan zu treten. Vorher wird mir dieser Begriff all zu oft benutzt und vorschnell für fast alles strapaziert. Noch großzügiger als das Wort Liebe.
Sophia Wagner am 05. Mai 2013 in Filzobjekte


Hauchzarte Löwenzahnblüten habe ich gefilzt. Die Pusteblumen hier sind ein kleines Muster von einem geplanten Filzobjekt; Viele Pusteblumen “stehen” auf einem massivem Eichenholzblock. Gehalten wird der hauchzarte Filz von einzelnen Nylonfäden die an einer Deckenplatte aus gesandstrahltem Plexiglas befestigt sind. Die Halterung ist mit Edelstahlabstandhaltern an der Decke befestigt. Durch seitliche Lichtquellen zeigt sich ein interessantes Schattenspiel. Die Pusteblumen und auch die Propellerchen vervielfache sich, überschneiden einander. Spielen und bewegen sich. Erst wenn der Kunde sich für eine Umsetzung entscheidet wird in 1:1 losgefilzt und gefertigt. Mein Wohnzimmer gibt leider nicht die Raumdimension her die Grundlage der Idee ist.
Sophia Wagner am 17. Oktober 2012 in Filzobjekte

Zwischendurch schaff ich es manchmal etwas auszuprobieren. Hier war es etwas sehr zartes. So zart dass es nur in exponiert “ruhiger Lage” “lebensfähig” ist. Mein Mond braucht ab und zu Pflege. Er hängt mitten drin und gelegentlich rumpelt doch ein Staubsaugerarm hin und verursacht eine Beule. Nach einem Mond-Bad in Zuckerwasser ist das besser wenn auch nicht komplett Vergangenheit. Was genau hier steht zeig ich Euch im Laufe der Woche.
Mein großes Kind ist krank. Oh, das mag ich gar nicht. Euch eine gute Woche!
Sophia Wagner am 15. Oktober 2012 in Filzobjekte


Gestern waren wir in Moosburg zu einem Geburtstag eingeladen. Traumwetter, umfangreiche Verpflegung in angenehmer Gesellschaft. Ich hatte eine Tüte Wollreste, Olivenseife und Schnitzmesser mit genommen. Die Kinder filzten, schnitzten und spielten sich durch den sonnendurchfluteten Tag. Ich nutzte die Gelegenheit um auch zu schnitzen. Was dabei entstand darf ich noch nicht zeigen. Später.
Wer weiß denn was das da auf den Fotos ist? Ich mag es wie Dinge zu Landschaften werden!
Sophia Wagner am 04. Oktober 2012 in Filzobjekte



Sehr viele Nadel steckten im Filz um die bauchigen Taschen festzuhalten. So großflächige, sperrige Dinge zu nähen empfinde ich als sehr mühsames Geschäft. Vor allem weil ich mir beim häufigen Drehen, Wenden und unter der Maschine durchwursteln, dauernd die Nadeln ins Fleisch ramme. Dieses Utensilo aus Filz hat bauchige Taschen bekommen. Viel Platz für Allerlei.
Wieder etwas vom “Berg der Unerledigten” abgetragen. Mein Kranksein hat mich doch etwas nach Hinten geworfen. Jetzt werde ich ein kleines Schlummschläfchen machen damit der Genesungsprozess voranschreitet und sich kein Rückfall einschleicht. Meine Tochter liegt krank auf dem Sofa, Jona spielt unermüdlich friedlich in seinem Zimmer. Ich wünsch Euch eine gute Woche!
Sophia Wagner am 13. Februar 2012 in Filzobjekte



Ich mag wie sich die kleine Rose in die große schmiegt! Diese große Filzrose stand Model für die Rose die dann im Filzkurs entstanden ist.
Es geht in großen Schritten auf Weihnachten zu. Hier entstehen viele Dinge, werden schön verpackt, machen sich auf die Reise. Wenn ich es schaffe noch schnell ein Foto zu machen landet dieses in dem Ordner der ungezeigten Dinge. Mal sehen wann ich dann zu diesem Ordner durchdringe. Wer noch Wünsche für das anstehende Weihnachtsfest hat sollte nicht mehr lange zögern. Schon bald klappe ich mein Auftragsbuch für dieses Jahr zu.
Sophia Wagner am 20. November 2011 in Filzobjekte






Weil der Tisch noch im Wohnzimmer steht habe ich ihn kurzerhand noch um eine Tischplatte vergrößert. Nun kann endlich mein Filzmond enstehen welcher schon im Sommer gefilzt werden wollte. Weil bis dahin kein Tisch groß genug war (wo Wasserspiele keinen Schaden anrichten) wurde dieses Projekt bisher vertagt. Jetzt ist der rechte Moment denn schon bald verschwindet der Tisch wieder bis zum nächsten Kurs. Der Mond hängt nun provisorisch, noch, weil ich teste wie sich der Filz verhält. Micha, ein befreundeter Ingenieur traut der Filzstabilität nicht. Er vertraue der Schwerkraft. Na, jetzt schauen wir mal. Spannend ist das Ganze schon weil ich nun bei der Größe glaub ich an das maximal mögliche gegangen bin. Noch ein wenig größer und das Material ist zu schwer um noch, ohne innere Hilfe, in runder Form zu bleiben. Mal sehen was daraus wird.
Hier stapeln sich die Bilder von all dem was ich Euch eigentlich längst zeigen wollte. Aus Zeitmangel verschiebt sich nun alles, gerät ein wenig durcheinander.
Sophia Wagner am 14. November 2011 in Filzobjekte



Allzu oft monieren Leute dass Ihre Arbeiten abgekupfert oder Ideen geklaut werden. Das ist sicher oft der Fall. Nicht immer weiß man den Hintergrund wie es zu so einer Beobachtung kommt. Bei skypen mit meiner lieben Freundin Anu stellen wir nicht selten fest dass uns die selben Gedanken beschäftigen, sogar auf gleiche Ideen stoßen, manchmal sogar umsetzen. Wer hat dann von wem geklaut? Das Phänomen dass Menschen gleiche Gedanken an unterschiedlichen Stellen auf der Welt haben ist ebenso wenig neu wie die Bienen gleichermaßen erkranken egal ob räumlich voneinander entfernt. Mein Judasbaum zeigt genau die gleichen Merkwürdigkeiten wie der Baum in Tantes Garten 160 km weiter weg. In Asien versteht man es als großes Lob wenn Arbeiten nachahmenswert sind und reproduziert werden. Damit möchte ich den rücksichtslosen Ideenraub nicht beschönigen. Nein, sicher nicht. Immer sollte das Gebot sein achtsam miteinander umzugehen!
Wem diese Arbeit hier bekannt vorkommt und wer so etwas bereits in einem Ausstellungskatalog gesehen hat der hat richtig gesehen; Ich wollte sehr gerne so ein Filzobjekt haben und machte mich über viele Kanäle auf die Suche nach der Frau die das Objekt meiner Freude gefilzt hat. Ganz ohne Erfolg. Selbst dem vermuteten Ehemann und dem Filznetzwerk habe ich geschrieben um ein solches Teil erwerben zu können. Alle Versuche blieben erfolglos. Irgendwann machte ich mich dann selber an die Arbeit. Die Bemühungen hinter der Filzumsetzung bleibt für den Betrachter unsichtbar. Gerne wird sich rasch eine Meinung gebildet, die ohne nähere Informationen durchaus folgerichtig scheint, ohne zu hinterfragen. Miteinander reden loht immer!
Auf dem Tisch stehend drehe und wende ich die Schüsselchen immer wieder neu und erfreue mich. Mein in Filz gearbeiteter Zengarten.
Sophia Wagner am 16. September 2011 in Filzobjekte

Ich betrachte das Treiben meiner Kinder und bestaune ihre Gabe einfach zu spielen um zu Spielen mit Leichtigkeit und Freude. Gespielt habe ich nicht, aber ein wenig experimentiert.
Meine Tochter hat heute eine Voltigieraufführung auf der “Pferd International” gehabt und kam stolz und erfüllt heim. Die Stallschuhe riechen im Eingang als stünde dort ein ganzes Pferdchen… Morgen bereite ich meinen Filzkurs am Samstag in München Trudering vor. Bis zu den Ferien sind die Tage mächtig voll.
Sophia Wagner am 02. Juni 2011 in Filzobjekte



Es ist soweit. Seit Sonntag gibt es meine Filzkiesel bei monofaktur – Werkstatt für einzigartige Produktideen. In der monofaktur entwickeln Künstlern, Designern und Handwerker Produkt- und Einrichtungsideen, mit denen Menschen mit Designanspruch Wohnraum individuell gestalten können. Ich freu mich sehr über diese Zusammenarbeit und sende einen lieben Dank an Frau Sternagel.
Sophia Wagner am 11. April 2011 in Filzobjekte





Wie die Schlange so wächst auch eine Nixe über sich hinaus und verläßt ihre zu klein gewordene Nixenhaut. Und weil loslassen häufig auch weh tut, finden sich in dem verlassenen Körperkleid zu Glas gewordene Nixentränen. Mit etwas Glück findet man eine solche verlassene Hülle. Sich erneuern, über sich hinauswachsen, loslassen. Ein immer wieder kehrender Kreislauf der uns täglich aufs neue fordert.
Sophia Wagner am 19. März 2011 in Filzobjekte


Weiche Formen, kontrastreiches “Farbspiel”. Schwarzer, harter Stein und weiße, warme Wolle. Beweglich und warm rinnt der schwarze Stein durch meine Hände, schafft eine Brücke zum Filzmaterial. Der einste Kontrast wird relativ.
Sophia Wagner am 17. März 2011 in Filzobjekte


Die Schablonen wurden von Frau Rabenfilz gut durchdacht und ich fertigte, um die Herausforderung noch besser zu verstehen und nicht nur Zuschauer zu sein, ebenfalls ein solches Filzobjekt. In den einzelnen Phasen berieten wir worauf es ankommt, was zu beachten sei. Es ist sehr spannend so einen komplexen Filz entstehen zu sehen. Der zweite Durchlauf nimmt die Erkenntnisse des Prototypen auf und die Arbeit ist natürlich dementsprechend leichter. Anu ist ein wahrer Tüftler und das Arbeiten mit ihr ist sehr angenehm!
Eines der runden Formen ist etwa 15 cm im Durchmesser. Jedes Nest hat einen Seitenwand und ist in sich geschlossen. Hier wurde Merinowolle und Seidenfasern verarbeitet.
Sophia Wagner am 14. März 2011 in Filzobjekte





Ein größerer Sonnenfilz ist entstanden. Im inneren, unter einem Seidenfutter, rascheln leise Böhnchen. Die christliche Symbolik machte die Bohnen zum Sinnbild der Wiedergeburt Christi. Dies wohl wegen der Wuchsfreudigkeit der Bohnen und, weil sie in allen Ländern, die sich zum Christentum bekannten, üppig gedieh. Entscheidend für mich ist das rasche Gedeihen und Werden dieser Pflanze. Wenn jede Idee, ein Wunsch, jedes unserer Vorhaben diese starke, sich entwickeln wollende Energie in sich trägt gibt es guten Grund auf Erfüllung zu hoffen. Hier ist diese Affirmation be-greifbar durch die eingearbeiteten Bohnen.
Sophia Wagner am 27. Januar 2011 in Filzobjekte

Zunehmend fällt es schwer mit dem wenigen Licht gut aus zu kommen. Vom Wetter hört und liest man ständig. Ich selber sitze permanent in Kunstlicht. Gelegentlich tauche ich aus des Kellers tiefer Höhle auf und bin beinah geblendet von der Qualität des Tageslichtes. Wenn dann auch noch ein sonniger Moment ist habe ich kaum Lust mich wieder an die Arbeit zu machen. Es beschäftigte mich noch der Inhalt einer Mail als ich diesen Text hier las. Grund genug das gehörte und gelesene einzufilzen. Neben glänzender Seide, Goldfäden, Perlen und Glöckchen habe ich am Schluss den gesamten Filz vergoldet.
Sophia Wagner am 25. Januar 2011 in Filzobjekte

Meine Lieblingsrose Pomponella. Als läge Schüsselchen in Schüsselchen. Das Prinzip der Babuschkas. Ein Mandala. Sich nach innen konzentrierend, nach außen weitend, sich verschenkend. Ein Rosenblatt nach dem anderen verlässt den Kern. Eine Seelenbewegung die ich täglich üben. Lange schon wollte ich dieses Thema in Filz umsetzen. Nun ist meine erste Pomponella fertig.



Sophia Wagner am 23. Januar 2011 in Filzobjekte




Wenn ich die Finger im warmen Wasser habe, mein Tempo reduziere, erinnere ich mich immer warum mir das Filzen so am Herzen liegt; automatisch kommt man in einen kontemplativen Zustand. In sich hörend, spürend. Filzen hat heilende Qualitäten. Immer dann frage ich mich warum ich das nicht, so wie früher, täglich mache? Es sind zu viele andere Facetten geformt worden und fordern nun auch ihren Raum. Dadurch stellt sich leider eine gewisse Zerissenheit ein. Für den Moment lege ich den Schwerpunkt in das Filzige, es tut mir gut (meine Nähmaschine schaut mich immerzu auffordernd an, scheußlich!)
Gestern entstand dieser Lichtball. Ein gleichmäßiges Ergebnis macht mir Freude. Die Strukturen zeigen sich ohne Beleuchtung anders als mit Licht und sind für mich wie eine Landkarte. Bald ist dieser Filz schon auf Reisen zur neuen Besitzerin.
Sophia Wagner am 18. Januar 2011 in Filz, Filzobjekte




Das ist nun die besagte, größere Filzerei. Ein Kieselstein aus Filz. Er ist 55cm x 52cm groß und aus feiner Merinowolle und Seidenfasern. Befüllt ist er mit Schaumstoffflocken damit er nicht allzu schwer ist. Mein Bube hat es sich gleich gemütlich gemacht. Nun ist er beinah trocken und ich kann ihn zur Post bringen.
Sophia Wagner am 07. September 2010 in Filzobjekte




Orange und Rottöne ziehen ins Landschaftsbild ein. Die Welt beginnt sich zu färben. Hagebuttenzeit umgesetzt in Filz.
Sophia Wagner am 31. August 2010 in Filzobjekte


Mein Sohn kam vor einigen Tagen zu mir mit einer weißen Windenblüte und sagte: “Schau Mama, das ist Mutter Gottes Trinkbecherlein” Er singt im Kindergarten ein passendes Lied und das gesungene Bild scheint sich schon mit ihm verbunden zu haben.. So entstand dieses “Mutter Gottes Trinkbescherlein Traumnest” In ihm sind kleine Körnchen, für das sinnbildliche Körnchen das sich mit einer Idee in uns legt, keimt und wächst um zur rechten Zeit Früchte zu tragen.
Die Anregung zu diesem Filzthema habe ich von Karen Betty-Tobias. Sie fertigt wunderbare Wunschknospen.
Sophia Wagner am 15. August 2010 in Filzobjekte